Rekultivierung der  Sandgruben

 

Bis in die 50 er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden die ehemaligen Sandgruben nicht wieder verfüllt. Für diese Zeitphase können folgende Aussandungsgebiete genannt werden: Bereich zwischen Verschiebebahnhof Osterfeld-Süd (eröffnet 1891), Vonderorter und Bottroper Straße sowie der Park hinter der Villa Dickmann. Man brachte Erdreich auf, um Bäume, Sträucher und andere Pflanzen ansiedeln zu können. Der ursprüngliche Grubencharakter blieb erhalten.


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Waldhof in Osterfeld um 1940.


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Waldhof

Historischer Prospekt 

 


Stadtplan der Stadt Essen von 1942 mit Waldhof in Osterfeld

© Stadt Essen

Mit freundlicher Genehmigung des Amtes für Geoinformation, Vermessung und Kataster.


Sportplatz am Waldhof


Das Gelände zwischen Bottroper und Vonderorter Straße sowie dem Verschiebebahnhof Osterfeld-Süd wurde 1925 von der Stadt Osterfeld (1929 nach Oberhausen eingemeindet) vom Grafen Nesselrode angepachtet. Man begann mit der Anlegung eines Parks und erbaute gleichzeitig 1927 / 1928 das Lokal Waldhof. Auf dem Gelände wurden auch Sportplätze und ein Gondelteich erstellt. Der Waldhof wurde 1944 / 1945 zerstört. In der Nachkriegszeit verfiel der Park aufgrund von Bodensenkungen, die zu einer Versumpfung des Geländes führten. Im Jahre 1955 verkaufte der Graf Nesselrode den Park an die Stadt Oberhausen.  An der Stelle des Waldhofes steht heute das Freizeithaus des Revierpark Vonderort. Der heutige Revierpark Vonderort konnte 1974 nördlich der Bottroper Straße und  1975 südlich der Bottroper Straße eröffnet werden.

Der Grubenbereich zwischen den Straßen Vonderberg, bzw. Hochstraße, Am Quellenbusch, Am Wienberg und dem östlichen Ende des Revierpark Vonderort  wird ab 1978 als Tennisplatz genutzt. 


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Revierpark Vonderort


Die Grubenbetriebe an der Bogenstraße (Hinter der Villa Dickmann und oberhalb der Bogenstraße.) wurden für den privaten Gebrauch rekultiviert. Die Grube hinter der Villa Dickmann wurde ab 1903 bis zum 2. Weltkrieg als Anbaufläche von Obst, Gemüse und anderen Kulturpflanzen genutzt. Die ausgekieste Fläche (heute Kinderspielplatz im Park) wurde zuerst als Tennisplatz genutzt, später als Wald.

Die Grube im Bereich der Bogenstraße wird seit 1956 als Festplatz genutzt. Vordem war das Gelände als Fußballplatz vom DJK Vorwärts 08 in Anspruch genommen. 

Erst ab den 50 er Jahren des 20. Jahrhunderts begann man im heutigen Sinne zu rekultivieren.

In den 60 / 70 er Jahren wurde der Grubenbereich zwischen der Bottroper Straße, Koppenburgstraße und Vonderorter Straße mit Müll verfüllt. Der Graf Nesselrode verkaufte das Gelände 1962 an die Stadt Oberhausen. Nachdem die Müllkippe stillgelegt war, begann man mit der Anlegung des Revierpark Vonderort. Dieser wurde dann 1974 / 1975 eröffnet. Die ehemaligen Grubengebäude bezog man teilweise in das Konzept mit ein. Als Beispiel sei hier die ehemalige Werkstatt der Firmen Frau August Dickmann GmbH und Wilhelm Kleinefenn zu nennen. Sie ist Bestandteil des Bauspielplatzes. Heute befinden sich im Revierpark die Eissporthalle, das Frei- und Wellenbad und die "Sport- und Spielzone". Der Bereich zwischen Vonderorter Straße, Bottroper Straße und Verschiebebahnhof Osterfeld-Süd war ab den 20 er Jahren als Park genutzt worden. Das Gelände wurde in den Revierpark integriert. Der südliche Bereich hat auf mehr als 20 ha seinen ursprünglichen Waldcharakter behalten.

Ein schmaler Streifen zwischen dem Gelände an der Straße Am Quellenbusch und Vonderorter Straße wurde von der Firma Gustav Fischedick GmbH mit Wachbergen in den 50 er Jahren verfüllt.

Das Gebiet Vonderorter Straße, Osterfelder Straße, Knappschaftskrankenhaus nutzte in den 70 er Jahren  dem Unternehmen Johannes Beckedahl als Kippe. Das Gelände hat der KVR  (heute RVR) vom Grafen  Nesselrode erworben. Dort wurde der Gesundheitspark Quellenbusch angelegt.

Der Grubenabschnitt Vonderorter Straße, Osterfelder Straße, Am Quellenbusch wurde ab den 50 er Jahren von Norden her von der Stadt Bottrop als Müllkippe genutzt und von Süden her von den Firmen Frau August Dickmann GmbH und Wilhelm Kleinefenn GmbH (Nicht identisch mit der Einzelfirma Wilhelm Kleinefenn. Dieses Unternehmen wurde 1956 gegründet und übernahm das laufende Geschäft der weiter bestehenden gleichnamigen Einzelfirma.) mit Waschbergen verfüllt. Letztere wurde mit einer zwei Meter mächtigen Hausmüllschicht überdeckt. Die Gesamtfläche ist inzwischen aufgeforstet worden. Das Gelände hat die Stadt Bottrop 1990 vom Grafen Nesselrode erworben. Das Areal wurde als Fläche an den Revierpark Vonderort angeschlossen.

Der Bereich Am Quellenbusch und An der Landwehr wurde mit Bodenaushub durch die Stadt Bottrop in den 80 er Jahren verfüllt. Zur Zeit wird das Gelände zur Erweiterung des Westfriedhofes vorbereitet. Zudem wurde ein Regenauffangbecken erstellt.

Das Gebiet zwischen den Straßen Am Quellenbusch, In der Schanze und An der Kornbecke (gedachte Linie bis zur Armeler Straße) wurde von den Firmen Frau August Dickmann GmbH und Wilhelm Kleienfenn GmbH in den 70 er Jahren als private Schuttdeponie genutzt. Von 1984 bis 1985 Jahren legte man auf dem Gelände eine Kleingärtneranlage an.

Der Grubenbetrieb in Vonderort / Lehmkuhle wurde ab 1977 mit Müll, bzw. ab 1987 mit Bauschutt und Erde von der Stadt Bottrop verfüllt. Im Jahre 2006 wird die Deponie abgedeckt und mit einem Zaun versehen. Es folgt eine "Ruhephase" der Deponie bis 2036. Erst dann kann die Fläche als öffentliche Grünfläche genutzt werden.  

Ein Teil der ausgekiesten Fläche im Bereich des Südrings, Hünefeldstraße, Am Lohdick und Bergstraße soll  mit Wohnhäusern bebaut werden.

Teilbereiche des ehemaligen Grubengeländes wurden auch mit Wohnhäusern bebaut, wie z. B. das Gelände am Südring  und an den Verbindungen  Am Hang und Suitbertstraße.

Die Formsandgrube im Kirchhellen nutzte die Gemeinde Kirchhellen von 1969 bis 1975  als Mülldeponie. Aber auch Waschberge wurden verfüllt. Mit Bodenaushub (ein Meter und mehr) und dem seitlich gelagerten Mutterboden wurde oberflächlich rekultiviert. Anschließend hat man das ehemalige Grubengelände mit mehreren Sportplätzen und kleinen Schrebergartenhäuschen bebaut. Der größte Bereich der Grube wird heute als Friedhof genutzt. Der den Sportplätzen gegenüberliegende Teil an der Schulstraße  wurde mit Wohnhäusern gebaut. Ein Teilbereich nutzt man als Erweiterung des Friedhofes.

Die Geländefläche gegenüber dem Schloss Oberhausen wurde vom Grafen Westerholt kurz vor Beginn der Rekultivierung an die Gutehoffnungshütte (GHH) verkauft. Die GHH errichtete von 1910 bis 1923 die Siedlung Grafenbusch für eigene "höhere"  Angestellte. Ein Teil des ehemaligen Sandgrubegeländes wird heute auch vom Centro Oberhausen genutzt. Von 1994 bis 1996 wurde es errichtet. Die Grube reichte in etwa bis zu den heutigen Straßen Europa Allee und Middlesbroughstraße.